50 Jahre Affenberg Salem
Die Affen rasen durch den Wald.....
50 Jahre Affenberg Salem
Der Autor erinnert sich. Ich war in der zweiten Klasse, als wir einen Ausflug an den Affenberg Salem machten.
Ich erinnere mich an den Bus. An die Aufregung. An das Gefühl, dass heute etwas Besonderes passiert. Und ich erinnere mich an das Foto, das danach viele Jahre in meinem Kinderzimmer stand. Zwischen Buchenstämmen, irgendwo über mir ein Affe im Geäst. Vielleicht war es dieses Bild, das die Erinnerung konserviert hat. Vielleicht war es aber auch dieser eine Moment im Wald.
Nicht hinter Glas.
Nicht vor einem Käfig.
Sondern im Lebensraum eines Wildtiers.
2026 wird der Affenberg 50 Jahre alt.
Und dieses Jubiläum ist mehr als eine runde Zahl. Es ist ein Beweis dafür, dass ein Konzept tragen kann, wenn es Haltung hat.
Unsere Gratulation als Community
Zum 50-jährigen Bestehen gratulieren wir als „Urlaub am Bodensee“ von Herzen. Fünf Jahrzehnte Naturerlebnis, fünf Jahrzehnte Verantwortung, fünf Jahrzehnte Begegnungen zwischen Mensch und Tier auf Augenhöhe – das ist keine Selbstverständlichkeit.
Der Affenberg Salem ist für viele von uns mehr als ein Ausflugsziel. Er ist Kindheitserinnerung, Familienmoment, Frühlingsausflug, Staunen zwischen Buchen und Storchenklappern.
Wir sagen Danke für 50 Jahre Engagement, für Respekt gegenüber Wildtieren, für gelebten Artenschutz und für die vielen stillen Momente, die bleiben.
Wir wünschen dem Affenberg Salem viele gesunde Jahre, stabile Tierbestände, engagierte Mitarbeitende und ein langes, starkes Bestehen in unserer Bodenseeregion.
Die Idee von 1976
Als der Park 1976 eröffnet wurde, war das Konzept ungewöhnlich. Berberaffen sollten in einem naturnahen Wald leben. Besucher sollten sich durch ihr Revier bewegen, nicht umgekehrt. Keine Dressur, keine Shows, kein Spektakel.
Auf rund 20 Hektar Mischwald entstand Deutschlands größtes Affenfreigehege. Der Mensch als Gast. Das Tier als souveräner Bewohner.
Fünf Jahrzehnte später wirkt dieses Modell aktueller denn je.
Die Berberaffen – Charaktertiere im Blätterdach
Rund 200 Berberaffen leben hier. Ihre sozialen Strukturen sind komplex. Rangordnungen, Familienverbände, Jungtiere, die spielerisch ihre Welt erkunden.
Wer durch das Gelände geht, erlebt Szenen, die nicht inszeniert sind. Ein Affe prüft Blätter im Geäst. Ein anderes Tier quert gelassen den Weg. Ein Jungtier sitzt im Gras und knabbert an frischen Halmen.
Es ist diese Natürlichkeit, die berührt.
Und es sind klare Regeln, die sie möglich machen:
Zwei Meter Abstand.
Kein Berühren.
Kinder unter sechs Jahren an der Hand.
Keine eigene Fütterung.
Die Tiere werden ausschließlich vom Fachpersonal versorgt. Respekt ist hier keine Bitte, sondern Grundlage.
Die Störche – eine zweite Geschichte des Erfolgs
Nicht nur Affen prägen den Park. Hoch über dem Gelände brüten Weißstörche. Ihre Nester thronen auf Bäumen und Dächern. Im Frühjahr erfüllt ihr Klappern den Wald.
Ende der 1970er Jahre begann hier eine Storcheninitiative, als die Art in der Region stark bedroht war. Heute zählt die Kolonie zu den bedeutendsten frei fliegenden Brutgemeinschaften Süddeutschlands.
Wer am Storchenweiher steht und eine Familie im Nest beobachtet, spürt, dass Naturschutz nicht abstrakt ist. Er ist sichtbar.
Mehr als ein Rundweg
Der klassische Rundgang durch das Affengebiet misst etwa 1,5 Kilometer. Rechnet man Beobachtungszeiten ein, bleiben Besucher meist zwei bis drei Stunden.
Dazu kommen:
- Der Baumwipfelpfad, rund 250 Meter lang, bis zu zwölf Meter hoch, mit Perspektivwechsel auf Augenhöhe mit den Baumkronen
- Eine Damwildherde im angrenzenden Bereich
- Der Storchenweiher mit Wasservögeln
- Ausstellung und Informationsbereiche
- Ein Abenteuerspielplatz
- Gastronomie mit Biergarten
Es ist kein Ort, den man „abhakt“. Es ist ein Ort, den man erlebt.
Was Familien wirklich wissen möchten
Saison: Mitte März bis Anfang November, täglich geöffnet
Besuchsdauer: Zwei bis drei Stunden realistisch
Parkplatz: Groß und kostenfrei
Hunde: Nicht erlaubt
Kosten: Hier direkt zum Affenberg
Kinderwagen
Kinderwagen sind zugelassen. Die Wege bestehen aus Naturbelag, sind jedoch gut begehbar. Taschen und lose Gegenstände sollten sicher verschlossen sein, da Affen neugierig sind.
Barrierefreiheit
Der Park ist grundsätzlich rollstuhltauglich. Es gibt barrierefreie Parkplätze und entsprechende Sanitäranlagen.
Die Wege sind nicht asphaltiert und enthalten Gefälle sowie einen stärkeren Anstieg. Eine Begleitperson ist sinnvoll. Der Baumwipfelpfad ist nicht barrierefrei.
Warum dieser Ort funktioniert
Der Affenberg ist kein lauter Ort. Er ist kein Eventpark. Er funktioniert, weil er konsequent geblieben ist.
Weil er Wildtiere nicht vermenschlicht.
Weil er Nähe erlaubt, aber Grenzen setzt.
Weil er Natur nicht dekoriert, sondern bewahrt.
Gerade in einer Zeit, in der vieles inszeniert wirkt, ist diese Echtheit vielleicht das größte Kapital.
50 Jahre – und ein Wunsch
Man weiß nie, ob ein Ort für immer bleibt. Zeiten ändern sich. Strukturen verändern sich. Aber man darf Wünsche aussprechen.
Dem Affenberg Salem wünsche ich viele gesunde Jahre. Stabile Tierbestände.
Engagierte Mitarbeitende. Klappernde Störche über dem Weiher. Und noch viele Schulklassen, die durch diesen Wald gehen und vielleicht ein Bild mit nach Hause nehmen, das sie Jahrzehnte später noch immer vor Augen haben.
Manche Orte sind Ausflugsziele.
Manche Orte sind Erinnerungsorte.
Der Affenberg Salem ist beides.
ReGü UaB- Redaktion Heimatsee
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