60 Jahre Oberschwäbische Barockstraße
Zwischen Oberschwaben, Bodensee und St. Gallen
Im Jahr 2026 feiert die Oberschwäbische Barockstraße ihr 60-jähriges Bestehen. Seit ihrer Gründung im Jahr 1966 zählt sie zu den ältesten Kultur und Ferienstraßen Deutschlands und führt durch eine der beeindruckendsten Barocklandschaften Europas.
Mehr als 50 Stationen liegen entlang der Route. Kirchen, Klöster und Schlösser mit üppigem Stuck, prächtigen Fresken und imposanten Orgeln erzählen von einer Epoche voller Lebensfreude und künstlerischem Überschwang.
Die Straße verbindet eine Region, die heute über drei Länder reicht: Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Für mich ist diese Route mehr als nur eine touristische Strecke. Ich bin praktisch an der Barockstraße aufgewachsen. Die Gegend zwischen Bad Schussenried, der prachtvollen Wallfahrtskirche Steinhausen und dem Bodensee kenne ich sprichwörtlich wie meine Westentasche.
Vier Routen durch das „Himmelreich des Barock“
Die Oberschwäbische Barockstraße umfasst rund 800 Kilometer und führt auf vier unterschiedlichen Routen durch Oberschwaben und das württembergische Allgäu:
- Hauptroute
- Südroute
- Westroute
- Ostroute
Viele der bedeutendsten Barockbauwerke Süddeutschlands liegen entlang dieser Strecke.
Dazu gehören unter anderem:
- die prachtvolle Bibliothek im Kloster Schussenried
- die gewaltige Basilika Weingarten
- das ehemalige Reichskloster Kloster Ochsenhausen
Ein besonderer Höhepunkt ist die Wallfahrtskirche Steinhausen, die oft als „schönste Dorfkirche der Welt“ bezeichnet wird.
Die Bodensee-Etappe der Barockstraße
Besonders reizvoll ist die Südroute, die bis an den Bodensee führt. Hier verbindet sich barocke Architektur mit einer der schönsten Landschaften Mitteleuropas.
Zu den wichtigsten Stationen gehören:
- die Basilika Birnau, eines der bekanntesten Barockjuwele Süddeutschlands
- das Neues Schloss Meersburg
- Kloster und Schloss Salem
- das prachtvolle Neues Schloss Tettnang
Auch die Insel Mainau gehört zu dieser Route. Die Blumeninsel ist nicht nur ein Gartenparadies, sondern besitzt mit ihrem Schloss auch ein barockes Erbe aus der Zeit des Deutschen Ordens.
Der Blick über den See: St. Gallen
Wer die barocke Kultur rund um den Bodensee verstehen möchte, sollte den Blick auch über die Grenzen werfen. Ein besonders eindrucksvolles Ziel liegt auf der Schweizer Seite des Sees:
Die Kathedrale und die weltberühmte Stiftsbibliothek gehören zum UNESCO-Welterbe und zählen zu den bedeutendsten Klosteranlagen Europas. Auch wenn St. Gallen nicht immer als offizielle Kernstation der Barockstraße geführt wird, gehört es kulturell eindeutig zu diesem barocken Raum rund um den Bodensee.
Barock erleben mit allen Sinnen
Die Barockstraße erzählt nicht nur Architekturgeschichte. Sie zeigt auch, wie stark diese Epoche die Region bis heute prägt.
Ein Beispiel ist der Blutritt Weingarten, die größte Reiterprozession Europas, die jedes Jahr tausende Reiter und zehntausende Zuschauer anzieht.
Auch musikalisch lebt der Barock weiter. Berühmte Orgeln und Konzerte lassen die Klangwelt des 18. Jahrhunderts bis heute lebendig werden.
Jubiläum mit neuen Ideen
Zum 60-jährigen Jubiläum wird die Barockstraße weiterentwickelt. Neue Lauschtouren führen Besucher per Audio durch barocke Städte und Klosteranlagen.
Ein weiterer Höhepunkt ist die BAROCKwoche, die vom 8. bis 16. August 2026 stattfindet. Konzerte, Führungen und besondere Einblicke lassen die Epoche des Barock wieder lebendig werden.
Eine Straße, die Heimat geworden ist
Wer heute entlang der Oberschwäbischen Barockstraße reist, entdeckt weit mehr als historische Bauwerke.
Man fährt durch sanfte Hügel, vorbei an Klöstern, Weihern und kleinen Städten. Kunst, Landschaft und Geschichte greifen hier ineinander.
Und wer – so wie ich – zwischen
Bad Schussenried, Steinhausen und dem Bodensee aufgewachsen ist, weiß:
"Der Barock gehört hier nicht ins Museum. Er gehört ganz einfach zur Heimat". Günther Rettelbach
mehr vom Blog: hier
Darf gerne geteilt werden





















