Der Schäfflertanz Nonnenhorn
Ein Brauch aus der Pestzeit, der bis heute Mut und Lebensfreude feiert. Vom 17.04. bis 19.04.2026

Alle Informationen auf einen Blick
Es gibt Traditionen, die über Jahrhunderte hinweg überleben, weil sie mehr sind als ein Brauch. Der Schäfflertanz gehört dazu.
Er entstand in einer Zeit großer Angst und Unsicherheit, entwickelte sich zu einem Symbol für Hoffnung und Gemeinschaft und wird heute noch in vielen Orten Bayerns und rund um den Bodensee gepflegt. Besonders eindrucksvoll ist der Tanz im kleinen Weinort Nonnenhorn, wo die Schäffler sogar auf einer Bühne im Bodensee auftreten. Immer begleitet vom Musikverein Nonnenhorn.
Der Schäfflertanz verbindet Geschichte, Handwerkstradition und Volkskultur zu einem einzigartigen Schauspiel.
FAQ zum Schäfflertanz in Nonnenhorn – Kurz erklärt - auf einen Blick
Wann findet der Schäfflertanz 2026 statt?
Vom 17. bis 19. April 2026 in Nonnenhorn.
Warum wird der Schäfflertanz getanzt?
Der Brauch geht der Überlieferung nach auf das Jahr 1517 zurück. Küfergesellen tanzten damals nach einer Pestzeit, um den Menschen Mut zu machen und sie wieder auf die Straßen zu bringen.
Wie oft wird der Schäfflertanz aufgeführt?
Traditionell
alle sieben Jahre.
Seit wann gibt es den Schäfflertanz in Nonnenhorn?
Seit
1846, als ein Schuhmachergeselle aus München den Brauch in das Bodenseedorf brachte.
Wo wird der Tanz aufgeführt?
Auf einer
Bühne im Bodensee vor dem Landesteg von Nonnenhorn.
Wie viele Tänzer machen mit?
Etwa
20 Schäffler, ergänzt durch Reifenschwinger, Küfer und Spaßmacher.
Was ist das Besondere am Nonnenhorner Schäfflertanz?
Die Aufführung findet
direkt auf einer Bühne im See statt, während das Publikum vom Landesteg und vom Ufer zusieht.
Was kostet der Eintritt?
Der Eintritt beträgt
7 Euro für Samstag und Sonntag.
Was sind die Höhepunkte des Programms?
Die
Premiere am Samstag und die
große Hauptaufführung am Sonntag gelten als Höhepunkte des Schäfflertanzes.
Ursprung in einer Zeit der Pest
Die Wurzeln des Schäfflertanzes reichen zurück bis ins Jahr 1517. Damals wütete in vielen Städten Mitteleuropas die Schwarze Pest. Die Menschen lebten in Angst, öffentliche Plätze waren leer, das gesellschaftliche Leben kam fast vollständig zum Erliegen.
Der Überlieferung nach waren es Schäffler, also Fassmacher oder Küfer, die als Erste wieder auf die Straßen gingen. Mit Musik, Tanz und fröhlichen Figuren wollten sie den Menschen zeigen, dass das Leben weitergeht.
Der Tanz sollte Mut machen und die Bevölkerung wieder aus ihren Häusern locken.
So entstand ein Brauch, der Hoffnung symbolisierte und sich in den folgenden Jahrhunderten in vielen Städten und Dörfern verbreitete.
Warum ausgerechnet Schäffler?
Die Schäffler waren im Mittelalter ein wichtiges Handwerk. Sie stellten Fässer her, die für Wein, Bier und viele Lebensmittel gebraucht wurden. Besonders in Regionen mit Weinbau spielte dieses Handwerk eine große Rolle.
Weil Küfer mit ihren Fassreifen und Holzfässern arbeiteten, entwickelten sich daraus auch Elemente des Tanzes.
Typisch sind deshalb:
- Buchskränze, mit denen Figuren gebildet werden
- Fassreifen, die rhythmisch geschlagen oder geschwungen werden
- Holzfässer, auf denen die Reifenschwinger stehen
Der Schäfflertanz ist damit gleichzeitig ein Zunfttanz und ein Volksfest.
Warum der Tanz nur alle sieben Jahre stattfindet
Eine Besonderheit des Schäfflertanzes ist sein Rhythmus.
Traditionell wird er nur alle sieben Jahre aufgeführt. Dieser Abstand hat mehrere Gründe:
- Die Vorbereitung ist aufwendig
- Die Tänzer müssen lange trainieren
- Der seltene Rhythmus erhöht die Bedeutung des Ereignisses
Gerade deshalb gilt ein Schäfflertanzjahr vielerorts als großes Festjahr der Gemeinde.
Die Figuren des Schäfflertanzes
Die Aufführung folgt einer klaren Struktur.
In der Regel tanzen etwa 20 Schäffler gemeinsam. Dazu gehören:
- ein Vortänzer, der die Figuren anführt
- ein Schlusstänzer, der die Gruppe abschließt
- die eigentlichen Tänzer mit den Buchskränzen
Der Tanz besteht aus mehreren Abschnitten, in denen jeweils verschiedene Figuren gebildet werden.
Typische Formationen sind:
- Kreise
- Sternformen
- verschlungene Muster aus Buchskränzen
- sogenannte Kronentänze
Zwischen den Tanzfiguren treten die Reifenschwinger auf. Sie stehen oft auf Fässern und schwingen oder schlagen ihre Fassreifen im Takt der Musik.
Begleitet wird der Tanz meist von einer Blaskapelle, die den traditionellen Rhythmus vorgibt.
Humor gehört dazu
Der Schäfflertanz ist nicht nur ein historischer Tanz, sondern auch ein Volksfest voller Humor.
Typisch sind Spaßmacher oder Clowns, die während der Aufführung das Publikum unterhalten. Sie sorgen für kleine Überraschungen, necken die Zuschauer und lockern die feierliche Stimmung auf.
So verbindet der Schäfflertanz Tradition mit Unterhaltung.
Der Schäfflertanz in Nonnenhorn am Bodensee
Besonders bekannt ist der Schäfflertanz in Nonnenhorn am Bodensee.
Dorthin kam der Brauch 1846, als ein Schuhmachergeselle aus München namens Johannes Koeninger den Tanz in das Dorf brachte. Er sammelte junge Männer aus Nonnenhorn und studierte mit ihnen die Figuren ein.
Seitdem wird der Schäfflertanz auch hier alle sieben Jahre aufgeführt.
Tanzen auf einer Bühne im Bodensee
Eine Besonderheit der Nonnenhorner Aufführung ist der Ort des Tanzes.
Die Schäffler treten auf einer Bühne im Bodensee auf, die direkt vor dem Landesteg aufgebaut wird. Für die Zuschauer wirkt es dadurch, als würden die Tänzer mitten auf dem Wasser auftreten.
Das Publikum steht auf dem Steg oder am Ufer und blickt auf die Bühne im See.
Diese außergewöhnliche Kulisse macht den Schäfflertanz in Nonnenhorn zu einem der spektakulärsten Brauchtumserlebnisse am Bodensee.
Auftritte weit über den Bodensee hinaus
Die Nonnenhorner Schäffler sind nicht nur im eigenen Dorf aufgetreten.
Im Laufe der Jahrzehnte haben sie ihren Tanz auch an vielen besonderen Orten gezeigt, darunter:
- im Maximilianeum in München
- im Roten Rathaus in Berlin
- in Städten wie Köln, Dresden und Leipzig
- in Wien vor Schloss Schönbrunn
Damit wurde der Schäfflertanz aus Nonnenhorn weit über die Region hinaus bekannt.
Ein lebendiges Stück Geschichte
Der Schäfflertanz ist heute weit mehr als eine historische Erinnerung.
Er zeigt, wie Traditionen über Jahrhunderte weitergegeben werden können. Jede Generation lernt die Figuren neu, bereitet sich auf die Aufführung vor und trägt den Brauch weiter.
Wenn die Schäffler ihre Buchskränze heben und die Musik erklingt, wird ein Stück Geschichte lebendig.
Der Schäfflertanz verbindet Geschichte, Handwerk und Gemeinschaft.
Entstanden in einer Zeit der Pest, entwickelte er sich zu einem Symbol für Hoffnung und Lebensfreude. Heute ist er eines der schönsten Brauchtümer Bayerns und des Bodenseeraums.
Besonders eindrucksvoll zeigt sich dieser Brauch in Nonnenhorn, wo die Schäffler ihre Figuren auf einer Bühne im Bodensee tanzen und damit eine Tradition lebendig halten, die seit Jahrhunderten Menschen begeistert.
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